Glokale Orte

Das Projekt „Glokale Orte“ basiert auf der Tatsache, dass wir weder in einer nur unübersichtlich globalen, noch in einer nur überschaubaren lokalen Umgebung leben: Real sind unsere Wohn- und Arbeitsorte längst global-lokal ausgerichtet und spätestens die Medien bringen in jedes auch noch so einsame Dorf die Welt ins Haus. 

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Stand: 31.12.2016) zeigen, dass von den 82,5 Mio. Menschen in Deutschland 36,5 % einen Migrationshintergrund haben bzw. Ausländer sind. Glokale Tische werden im Projekt entsprechend dieses Verhältnisses zusammengesetzt.


Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2019 bundesweit glokale Orte zu finden, bzw. zu begründen, an denen Glokalisierung als bisher befremdendes oder vertrautes Lebensgefühl in einem pragmatischen Konzept verabredeter Spielregeln und gemeinsamer Aktivitäten nachvollziehbar und sichtbar stattfindet. Konkret geht es dabei auch um das Zusammenleben von Einheimischen und Zugewanderten, deren individuelle und/oder gemeinsame Perspektiven, Pläne, Wünsche. Der erste glokale Ort in diesem Projekt ist das Elbinstitut selbst; dort findet seit vielen Jahren eine Bildungsarbeit statt, die einen Beitrag für den Ausgleich von Chancen zwischen Einheimischen und Zugewanderten leisten und in verschiedensten Debatten für viel wechselseitige Informationen sorgen möchte.  

Ein weiteres Ziel des Projektes „Glokale Orte“ ist der bundesweite Praxistest für die folgende Einordnung und mit ihr einhergehende Überlegungen, zum Beispiel über „glokale Identitäten“ oder ein „glokales Lernkonzept“.

Der Begriff „Glokalisierung“ beschreibt  hier „Handlungsprozesse in Städten und Gemeinden, in vorpolitischen und politischen Räumen, bei denen multinational sozialisierte Gesellschaften in Gremien ihre Gestaltungsaufgaben im Wechselspiel zwischen globalen und lokalen Kenntnissen, Religionen, Kulturen, Moden in gemeinsamer Verantwortung wahrnehmen. Glokalisierung braucht die Akzeptanz aller Beteiligten der verfassungsrechtlichen Grundlagen des jeweiligen politischen und geographischen Raumes. Im Einzelnen strittige Fragen müssen in organisierten gesellschaftlichen, gegebenenfalls auch juristischen Prozessen geklärt werden. Solche Klärungen sind nichts Bedrohliches, vielmehr vernünftige Vorgänge in einem hochentwickelten und komplexen Rechtsstaat zur Versachlichung, Überprüfung und Modifizierung miteinander verabredeter Spielregeln.“ (Barbara Seibert: Glokalisierung. Ein Begriff reflektiert gesellschaftliche Realitäten. Einstieg und Debattenbeiträge. Münster 2017, zweite, überarbeitete Auflage).

Bei Interesse melden Sie sich bitte gerne!