Glokaler Ort Bautzen

Thema "Digitalisierung"



Alexander Ahrens, Oberbürgermeister der Stadt Bautzen // Zhour Abed Raboh, syrische Herkunft/Bautzen. Lehrerin für Arabisch // Jan Budar, Direktor der Stiftung für das sorbische Volk // Alaa Dawara, syrische Herkunft/Bautzen. Diplom-Ökonomin / Buchhalterin // Dennis Doering, Head of Talent Management bei der itelligence Global Managed Services GmbH (Zweite Leitung "Arbeitskreis Operative", Zweite Leitung "Arbeitskreis Strategie") // Karl Dominick, Managing Director bei der LetMeRepair Central Service GmbH // Henry Flack, Unternehmer, Mitbegründer und eh. Geschäftsführer der ehemaligen BIT.Group, Teil der itelligence group (Leitung "Arbeitskreis Strategie") // Prof. Sven Geisel, Studiengangleiter Wirtschaftsinformatik Staatliche Studienakademie Bautzen (Leitung "Arbeitskreis Methodik"), Markus Gießler, Referent des Oberbürgermeisters der Stadt Bautzen // Felix Hampel, Berlin. Kulturwissenschaftler/Philosoph. Freiberuflich im Bereich Ausstellungsmanagement // Hakim Mahmoudi, afghanische Herkunft/Hamburg. Bundesfreiwilligendienstleistender Elbinstitut // Tewelde Okbe, eritreische Herkunft/Hamburg. Agrartechniker. Bundesfreiwilligendienstleistender Elbinstitut // Anna Piętak-Malinowska, Ausländerbeauftragte, Landratsamt Bautzen // Annegret Pille-Hentschel, GMS Communications bei der itelligence Global Managed Services GmbH (Leitung "Arbeitskreis Operative") // Andrea Rehme, Geografin, Projektkoordinatorin Elbinstitut (Leitung "Arbeitskreis Soft Skills Bautzen") // Reno Rössel, Fachkräftenetzwerk OL gGmbH // Andreas Samuel, Vorsitzender des Zuseum e.V. / Lehrer am Schiller-Gymnasium Bautzen // Barbara Seibert, Geografin, Leitung Elbinstitut Hamburg // Muhammad Shazad, Linux Administrator bei der itelligence Global Managed Services GmbH // Gregor Stehr, Schüler des Schiller-Gymnasiums Bautzen; Schülerratsmitglied // Jerzy Timm, Mitinhaber von Sporthaus Intersport Timm // Ulrike Wiezorek, Lehrerin am Schiller-Gymnasium Bautzen // Lisa Winkler (am 27.03. kurzfristig verhindert), Politik-/Medienwissenschaftlerin, Persönliche Referentin der Institutsleitung.

Moderation: Barbara Seibert

 

Ein „Glokaler Ort“ mitten in Sachsen: Am 27. März 2018 fand in Bautzen die Eröffnung der Initiative mit einem „Glokalen Tisch“ zum Thema „Digitalisierung“ und der Gewinnung von IT-Nachwuchs statt. 

Dafür brachten Hakim Mahmoudi und Tewelde Okbe mit Projektleiterin Andrea Rehme das Symbol der gesellschaftlichen Initiative, den eigens angefertigten Tisch vom Hamburger Elbinstitut in die Oberlausitz und den großen Tagungsraum des Bautzener Hotel Best Western. Dort fanden sich für sechs Stunden intensiver Debatte 18 fachkundige Bürgerinnen und Bürger der Stadt ein, allen voran Oberbürgermeister Alexander Ahrens, weiterhin Jan Budar, Direktor der Stiftung für das Sorbische Volk, von außerhalb Dennis Doering, Head of Talent Management beim Global Player Itelligence, Prof. Sven Geisel, Studiengangleiter Wirtschaftsinformatik der Staatlichen Studienakademie Bautzen und als Vertreterinnen der Neubürger die Buchhalterin Frau Dawara und die Lehrerin Frau Abed Raboh aus Syrien. Die Namen der gesamten Runde finden Sie auf der linken Leiste zusammengestellt.  

Weil das Thema eine bestmögliche Vernetzung seiner Einzelaspekte erfordert, sah die Tagesordnung von Institutsleiterin Barbara Seibert die Möglichkeit einer intensiven Verkettung von Einzeldebatten der vielseitigen Experten*innen in Plenum und Arbeitskreisen vor: Unter den raumgebenden Überschriften „Strategie“, „Operative“, „Methodik“ und „Soft Skills Bautzen“ sondierten die Teilnehmer*innen fünf Stunden lang intensiv die Eckdaten eines Masterplanes zur Gewinnung und fachlichen Selbstentwicklung glokalen IT-Nachwuchses in und für Bautzen. Denn diesen braucht der aufstrebende Standort intelligenter Produkte dringend und setzt dabei auf Einheimische und Migranten*innen inklusive Geflüchteter: „Wir machen uns Sorgen um die Stadt, wenn wiederholende Berichterstattung über einzelne rechte Aktionen junge Leute aller Herkünfte verscheucht“, so die einhellige Einschätzung der Runde.

Dem soll nun aktiv entgegen gewirkt werden und so konnte sich das Ergebnis am späten Nachmittag denn auch sehen lassen: Auf Grundlage einer geografisch orientierten Standortanalyse, gelang der glokalen Runde bereits eine detaillierte Matrix, aus der das Team des Elbinstituts nun ein Konzept zur gemeinsamen Entwicklung des geplanten Masterplanes gestaltet. Erklärtes inhaltliches Ziel dabei ist die Installation eines Raumes zur wechselseitigen Kompetenzgewinnung mit so interessanten Komponenten wie unter anderem „creativer Zerstörung“ zum Kennenlernen von IT-Innenwelten, so Experte Henry Flack. Überhaupt spielte das Prinzip „Erst Hinterfragen – dann Machen“ eine zentrale Rolle während dieser intensiven Stunden in guter Atmosphäre und dem kann auch der Oberbürgermeister gut folgen: „Eine solche Initiative brauchen wir hier in Bautzen, mit vielen unterschiedlichen Experten*innen, Alt- und Neubürger*innen an einem Tisch, die gemeinsam etwas umgesetzt bekommen“ so die abschließenden Worte von Alexander Ahrens zu Initiatorin Barbara Seibert und er sagte auch gleich noch seine weitere konkrete Unterstützung zu. Auf dieser Basis wird das Team des Elbinstituts nun eine so zeiteffiziente wie inhaltlich präzise Agenda aufstellen, damit der glokalen Runde das gemeinsam verabredete Vorhaben gelingt, bis Ende August einen Masterplan zu entwickeln.

„Wir sind gespannt darauf, wie es weitergeht“, so die einhellige Reaktionen der Teilnehmer*innen im Feedback.

Und so ging es weiter...
Das erste gemeinsame Arbeitstreffen fand am 21. April statt. In drei Arbeitsgruppen diskutierten der Bautzener Unternehmer Henry Flack, Professor Sven Geisel, der Systemexperte Muhammad Shazad, die Lehrerin Ulrike Wiezorek, Sameer Gergi aus Syrien und Hakim Mahmoudi aus Afghanistan gemeinsam mit Andrea Rehme und Moderatorin Barbara Seibert aus dem Elbinstitut einen Tag lang diverse Themen, die sich aus den Debatten am Glokalen Tisch ergeben hatten und insbesondere, wie junge Menschen für das Thema IT interessiert werden können. Die Teilnehmer*innen beschäftigte auch die Frage, wo und wie überhaupt junge Menschen sich in Bautzen treffen können und stellten fest, dass es solche Orte nicht gibt. Umso intensiver soll daher an einem interessanten Programm im Bereich Digitalisierung weitergearbeitet werden.
(BS)

Das zweite Treffen am 7. Mai nahm sich des Themas „Assessment“ an. Dabei waren Professor Sven Geisel, die aus Syrien stammende Arabischlehrerin Zhour Abed Raboh die Unternehmer Henry Flack und Jurik Timm, der Direktor der Stiftung des sorbischen Volkes Jan Budar, der Lehrer Andreas Samuel und aus dem Elbinstitut Hakim Mahmoudi, Tewelde Okbe, Andrea Rehme und Barbara Seibert. Während der Herausarbeitung zentraler Inhalte für Assessmentprozesse wurde auch deutlich, dass es selbst in einer so „eindeutigen“ Disziplin wie dem Fach Mathematik in den verschiedenen Herkunftsländern unterschiedliche rechnerische Herleitungen gibt – und, dass bei gleichen Ergebnissen wie aus in Deutschland und Europa bekannten Rechenwegen diese in der schulischen Benotung dennoch nicht positiv bewertet werden. Solche Erkenntnisse zeigen, dass die Berücksichtigung glokaler Aspekte helfen können, wechselseitig Informationsdefizite abzubauen und Beiträge für mehr ausgleichende Anerkennung und eine erfolgreiche Potentialförderung zu liefern. (BS)

Das dritte Treffen am 13. Juni 2018 brachte die nun notwendige Konkretisierung für den geplanten Masterplan. Der Studienleiter der Staatlichen Studienakademie Herr Professor Sven Geisel hatte dem Arbeitskreis ermöglicht, dieses Treffen in einem schönen Raum der Hochschule abzuhalten. Neben ihm waren dabei: Dennis Doering, Head of Talent Management bei itelligence global managed Services, Henry Flack, Unternehmer und Mitbegründer der ehemaligen BIT.Group, Muhammad Shahzad, Linux Administrator bei der itelligence Global Managed Services GmbH, Annegret Pille-Hentschel, GMS Communications bei der itelligence Global Managed Services GmbH, Zhour Abed Roboh, Arabischlehrerin, Maria Gergi, Abiturientin sowie Andrea Rehme und Barbara Seibert (Moderation) vom Elbinstitut Hamburg.

Die Tagesordnung war vielfältig: Zunächst gab Maria Gergi aus Syrien der Runde einen Einblick in IT-Konzepte aus sechs Schulen, die sie in drei Ländern selbst erlebt hat. Fazit: Dort, wo engagierte, kompetente Lehrer*innen sind, gibt es auch kompetenten IT-Unterricht, wobei private Schulen die Nase grundsätzlich etwas weiter vorne haben, und: der Status eines Landes erlaubt keinen Rückschluss auf die IT-Kompetenz seiner Schulen. Anschließend verständigte sich die Runde auf einen Namen für das geplante Projekt, um dann in eine Diskussion über Systematik und Inhalte einzusteigen, die immer wieder auf die Bedeutung glokaler Wissensvermittlung zurückkam: „Wie können wir unabhängiger von Sprache werden, um komplexe Inhalte vermitteln zu können?“, so Henry Flack. Kooperationen mit Unternehmen in einem möglichen Pilotjahr auf Basis der Expertise von Dennis Doering und die Vielfalt angewandter Methoden mit Prof. Geisel waren weitere wichtige Themen.

Das Elbinstitut wird anhand des gemeinsam in drei Runden erarbeiteten Materials nun den Masterplan erstellen und in einem Abschlusstreffen final mit möglichst vielen der Beteiligten besprechen. Anschließend folgt die Präsentation in Bautzen vor Fachpublikum, interessierter Öffentlichkeit und Medien. (BS)