Glokaler Ort Berlin-Grünau

Thema "Menschlicher Zusammenhalt"


Oliver Igel, Bezirksbürgermeister Treptow-Köpenick von Berlin // Basel Ali Hassan, syrische Herkunft/Berlin. Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Fabian Bork, Praktikant im Integrationsbüro des Bezirksamts Treptow-Köpenick von Berlin // Martina Brusaferro, Koordinatorin Familienzentrum Campus Kiezspindel, Stadtteilzentrum // Iwuozor Chidera, nigerianische Herkunft/Berlin. Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Katja Cwejn, Senior Communications Managerin bei der Berliner Immobilienmanagement GmbH // Minka Dott, Vorsitzende des Ortsvereins Grünau // Stefan Feldt, Leiter Fachbereich Volkshochschule im Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin // Lisa Friedrich, Sozialarbeiterin in der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Thorsten Fritsche, Stellvertretender Vorsitzender Ortsverein Grünau // Sabrina Halle, Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), Abteilung II / Unterkünfte // Felix Hampel, Kulturwissenschaftler/Philosoph, Freiberuflich im Bereich Ausstellungsmanagement // Najwa Hassan, syrische Herkunft/Hamburg. Bewohnerin der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Nasir Heidary, afghanische Herkunft/Berlin. Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Ahmad Heidary, afghanische Herkunft/Berlin. Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Khansa Humeidan, syrische Herkunft/Berlin. Künstlerin // Feryal Issa, Bewohnerin der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Jeanette Jacobi, Leiterin der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Linda Kuhl, Bereichsleiterin LfG Landesbetrieb für Gebäudebewirtschaftung Berlin - Betriebsteil B // Sven Lehmann, Bereichsleitung Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF), Abteilung II / Unterkünfte // Mohammad Mahmoud, syrische Herkunft/Berlin. Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Hakim Mahmoudi, afghanische Herkunft/Hamburg. Bundesfreiwilligendienstleistender Elbinstitut // Rastislava Mirkovic, Mitarbeiterin in der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Atefe Naeibi, syrische Herkunft/Berlin. Bewohnerin der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Tewelde Okbe, eritreische Herkunft/Hamburg. Agrartechniker und Bundesfreiwilligendienstleistender Elbinstitut // Gregor Postler, Integrationsbeauftragter Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin // Andrea Rehme, Geografin, Projektkoordinatorin Elbinstitut // Barbara Seibert, Geografin, Leitung Elbinstitut Hamburg // Amin Shojahi, afghanische Herkunft/Berlin. Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Ronja Steinmetzer, Sozialarbeiterin in der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee // Lisa Winkler, Politik-/Medienwissenschaftlerin, Persönliche Referentin der Institutsleitung sowie: Ahmad, Alireza, Almar, Duaa, MaazzazMelek, Nagham, afghanische/syrische Herkunft/Berlin. Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft Wassersportallee

Moderation: Barbara Seibert

Eine Premiere namens Zusammenhalt: Alle gemeinsam am Glokalen Tisch

„Menschlicher Zusammenhalt“ rund um eine Flüchtlingsunterkunft ist nach wie vor keine Selbstverständlichkeit: Alle Beteiligten, angefangen von der Politik, über die Verwaltung, Sozialarbeiter*innen,  Ehrenamtliche, Nachbarschaft, die Polizei und private Security bis zu den Bewohner*innen, Frauen, Männern und Kindern im Zentrum des Geschehens müssen sich anstrengen, ihr gemeinsames Leben unter schwierigen Bedingungen so gut wie möglich zu gestalten. Ganz in diesem Sinne fand auf Initiative des Elbinstituts am 20. April in Berlin-Grünau ein sechsstündiger Glokaler Tisch mit 28 Personen statt, der den Auftakt für ein dreimonatiges Projekt bildete.

Bezirksbürgermeister Oliver Igel hatte sich genau dieses Thema, den „menschlichen Zusammenhalt“ für das Projekt gewünscht und freute sich in seinen ersten Worten an die große Gästerunde denn auch sehr über dessen Zustandekommen.

Anschließend trug die Runde auf Bitte von Moderatorin Barbara Seibert vielfältige Begriffe unter dieser Überschrift zusammen, bevor sich in kleinen Gesprächsgruppen und dem Plenum eine angeregte Debatte entwickelte und auch Gegenbegriffe und gesellschaftliche Ressentiments benannt wurden. Sprachliche Hürden überwanden zwei junge Leute aus dem Umfeld des Elbinstituts, die Syrerin Khansa und der gebürtige Afghane Hakim.  

Am Nachmittag wurde die Runde dann noch lebendiger: Sieben Kindergäste bereicherten den Glokalen Tisch mit ihren klugen und präzisen Wünschen und Vorschlägen, wie das Haus für seine Bewohner*innen wohnlicher gestaltet werden könne: Angefangen von dem Wunsch nach einem größeren Spielzimmer, über Fußbälle, Computer mit W-Lan Anschluss bis hin zu einer Renovierung überholungsbedürftiger Sanitär- und Elektroanlagen und einer Verschönerung der schmalen Grünflächen rund ums Haus: Die zehnjährigen Kinder beeindruckten die glokale Runde mit bestem Deutsch, Charme, Courage und dem Angebot, selbst helfen zu wollen.

Und so machte der für bauliche Angelegenheiten zuständige Behördenvertreter Sven Lehmann ihnen denn auch als erstes ein großes Kompliment für diesen Auftritt vor so vielen fremden Leuten, bevor er der Runde und vor allem den erwachsenen Hausbewohner*innen den Planungsstand und die Zusammenhänge solcher Bauvorhaben im Einzelnen erläuterte und Fragen beantwortete. Auch wenn vor allem die projektierte Dauer der Maßnahmen über Ausschreibungen und weitere Vergabeverfahren hinweg schwer zu vermitteln sind, so war die Tatsache, dass zum ersten Mal überhaupt eine solche Information an die Geflüchteten stattfand, ein wichtiger Schritt hin zu  mehr Zusammenhalt und Transparenz.        

Auch informelle Gespräche kamen nicht zu kurz: In kleinen Pausen trafen sich die Gäste in unterschiedlichen Konstellationen an einem kleinen kalten Buffet und dies nutzten auch die Kinder dazu, „ihren“ Bezirksbürgermeister ordentlich mit Fragen zu belagern. Und so meinte Oliver Igel bei seiner herzlichen Verabschiedung denn auch, dass ihm nicht bange sei, „was die Zukunft des Zusammenhalts betrifft, bei solchen Kindern.“

Alle sind nun gespannt darauf, wie es in der nahen Zukunft im Haus weitergeht. Wir werden gerne berichten. (BS)