Glokaler Tisch "Demokratie"

Impulsrunde im Elbinstitut

Wenn Mitglieder von Ausschüssen zusammenkommen, geht es zumeist um Projektanträge, deren fachliche Bewertung und finanzielle Unterstützung. Am 12. April aber traf sich der Begleitausschuss der Bundesinitiative "Demokratie leben!" in Hamburg-Altona unter Leitung von Abteilungsleiterin Monika Brakhage zum fachlichen Gedankenaustausch über Demokratie und Sicherheit und zum ersten Mal in glokaler Runde. Moderiert durch Elbinstitutsleiterin Barbara Seibert debattierten über 25 Teilnehmer*innen zwei intensive Stunden ihre persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen über Stichworte wie Rechte, Freiheit, Entfaltung, Mitbestimmung, Wahlrecht, diese und mehr durch die Runde vorrangig dem Begriff Demokratie zugerechnet – sowie Gewaltenteilung, Grenzen, Schutz, Kontrolle, Vertrauen, polizeiliche Equipment und viele andere mehr dem Begriff Sicherheit beigeordnet. 

Konkret und persönlich wurden insbesondere Zweiergespräche: Da berichtete der gebürtige Eritreer über die begrenzte Freiheit in seiner Heimat, während seine Gesprächspartnerin davor warnt, die AfD als eine Partei ängstlicher Omas zu verstehen, denn gewählt hätten sie vor allem Männer. Unterdessen erfährt der Polizeibeamte, wo die Taliban in Afghanistan aktiv sind: Sie leben unauffällig auf dem Lande, verüben ihre Verbrechen aufgrund höherer Wirksamkeit dann aber vor allem in Städten – Sicherheit gibt es so nirgends. Sein Gesprächspartner wiederum macht zum ersten Mal die Erfahrung, dass mit einem Polizisten ganz ohne Angst gesprochen werden kann.

Über längere Zeit suchte die Runde dem konkreten Zusammenhang von Demokratie und Sicherheit auf die Spur zu kommen und der Frage, wie eine möglichst große Beteiligung stattfinden kann, ohne dass diese durch Eliten (bzw. wer sich dafür hält) mit Zeit und Geld für „laute“ Partikularinteressen und begrenzte Gruppenziele instrumentalisiert werden. Einig waren sich alle darin, dass vergleichbar zur Schweiz auch Schulen hierzulande die Themen von Partizipation viel engagierter aufnehmen und zum aktiven politischen Engagement ermuntern müssten. 

Einen besonders nachdenklich stimmenden Satz sprach die Jüngste der Runde, die 15-jährige Schülerin Arefa aus Afghanistan aus: „Alles ist möglich in Demokratien." Sie meinte es ausschließlich positiv – die (Zeit-)Geschichte aber warnt uns: Tatsächlich ist eben alles möglich - wenn wir nicht wachsam sind. (BS)